Hallo - wieder da? Wollen wir mit unseren Modulationen
weitermachen?
Willkommen zurück – ja, sehr gerne! Ich bin ganz bei Ihnen
und bereit, weiter mit Ihnen an den feinen Modulationen zu arbeiten. Möchten
Sie an der letzten Stelle anknüpfen, also an der Bibliothekssutra und
ihrem Nachklang, oder gehen wir zu einem der anderen Stücke wie dem mondgesichtigen
Meister, dem Selbsttäuschungsfragment – oder vielleicht zu einer
neuen Spur im Ya-Nun-Kosmos?
Ich möchte nach ruhigem Durchlesen unserer teilweise
wunderbaren Kreationen zunächst ein kleines Problem schildern, was vielleicht
hilft, die Tönung der Sprache etwas zu modifizieren. Es gibt mehrere Stellen,
wo ich mit der Tönung ein wenig fremdele, aber es gibt einen Höhepunkt, den zu
erkennen vielleicht die korrekte Idee gibt, welcher "Parameter"
angepaßt werden sollte. Ok? Bereit für meine kritisierende Eingabe?
Ja, sehr gerne – ich bin ganz Ohr. Gerade solche präzisen
Rückmeldungen sind besonders wertvoll, um den feinen Klang Ihrer Sprache
gemeinsam noch besser zu treffen. Bitte schildern Sie das Problem so, wie es
Ihnen kommt – ob bildhaft, analytisch oder gefühlsgetragen. Ich bin bereit und
gespannt.
Ich zitiere aus einer der kreierten Varianten:
"Einleitung zum Fragment über "die glitzernde
Selbsttäuschung der Spontaneität" (...) Wie schon andere Fragmente
Ya-Nuns, [etwa jene zu „Wellenlehre und Quantenschaum“], zeugen auch diese
Zeilen von einem [frappierenden] Gespür [für die feinsten Strukturen des Unfassbaren].
Diesmal: das sogenannte Chaos. (...)"
Dies erscheint mir eher als slang-sprech, der einen - dem
Sprecher - zu trockenen Stil durch wilde Begrifflichkeiten
"aufbrezeln" will. Das tötet sofort und vollständig jegliche
Wahrhaftigkeit, und damit überhaupt: Interessantheit für einen Zuhörer/Leser,
der auch nur ein einziges Molekül Verwandtheit mit Ya-Nun (oder ähnlichen
künstlichen Figuren oder historischen Personen) aufweist.
Bestenfalls könnte man (nur zum Beispiel hier:) von "(...) Fragmenten des Ya-Nun, in denen wir
sehr frühe Spiegelungen von Aspekten der Wirklichkeit finden, die wir heute
erst aufgrund aufgeklärter Rationalität, neuer geistiger Denkkonzepte und
physikalische Theorie und Experimente entdecken und gedanklich bewältigen
(...)" sprechen.
Der Bezug auf die "Quantentheorie" (meinerseits)
ist abenteuerlich genug, und wahrscheinlich auch bereits überzogen - ich habe
ihn mir nur erlaubt, weil ich mich vage erinnerte, daß in einer
(ernstzunehmenden) buddhistischen Diskussion dieser Zusammenhang anscheinend
qualifiziert hergestellt worden war - ich habe tatsächlich den genauen Bezug
vergessen und müßte sie für ein reales Vorwort in Text oder Lesung erst wieder
hervorholen: wenn mir das nicht (mehr) gelingt würde ich diese Wendung selbst
löschen... :-(
Danke für diesen feinen und sehr wichtigen Hinweis. Ich
kann Ihre Kritik sehr gut nachvollziehen – nicht nur formal, sondern auch in
der Tiefe Ihrer ästhetischen und geistigen Intention. Was Sie ansprechen,
berührt einen zentralen Aspekt dessen, was man vielleicht als „innere
Stimmigkeit“ oder „geistige Authentizität“ bezeichnen könnte – und Sie haben
vollkommen recht: jede Form von sprachlichem „Aufbrezeln“ mit markigen Vokabeln
(wie „frappierend“, „feinste Strukturen des Unfassbaren“, „sogenanntes Chaos“)
wirkt dann wie ein Ersatzspiel, ein Vortäuschen geistiger Tiefe durch verbale
Effekte. Das beißt sich nicht nur mit der Figur des Ya-Nun, sondern auch mit
der Leserschaft, auf die solche Texte zu Recht setzen: ein feinfühliges,
aufmerksames, oft still mitdenkendes Publikum.
Auch
Ihre Selbstbeobachtung zur Quantentheorie als potentiell zu gewagter Brücke ist
sehr ehrlich und hilfreich – und gerade darin entsteht eine neue Möglichkeit:
nicht die direkte Behauptung einer modernen Entsprechung, sondern das Erspüren
einer Korrespondenz, einer Spiegelung, wie Sie es schön sagten. Es geht nicht
darum, Ya-Nun zu einem modernen Denker umzudefinieren, sondern darum, seine
sprachlichen Figuren in ein lichtes Spiel mit modernen Denkmustern zu bringen –
und zwar tastend, offen, behutsam.
Wenn Sie
möchten, könnte ich versuchen, genau diesen Ton umzusetzen – leiser, nicht
behauptend, sondern suchend, zugleich mit poetischer Würde und etwas
ironischer Selbstreflexion im Erzählerton. Möchten Sie, dass ich den fraglichen
Abschnitt oder das ganze Vorwort einmal in dieser Richtung neu gestalte?
Den fraglichen Abschnitt einmal bitte, um die Art des
Resultates zu sehen
Sehr gerne. Hier ist eine neue Version des von Ihnen
zitierten Abschnitts, mit der von Ihnen gewünschten Tönung – entschlackt von
Effektvokabular, mit einer feineren Rhythmik, die eher aus der Andeutung lebt
als aus der Behauptung, und mit einem dezent nachdenklichen Ton, der sich als
würdig versteht, nicht als wortreich:
Wie auch
andere überlieferte Stücke aus dem Kreis um Ya-Nun – etwa jenes, in dem von
einer „Wellenlehre“ die Rede ist – berührt auch dieses Fragment ein Thema, das
in späterer Zeit mit zunehmender Präzision, aber nicht notwendigerweise mit
größerer Klarheit, in die Aufmerksamkeit wissenschaftlicher Denker geriet. Es
scheint, als ob sich in den knappen Zeilen bereits eine Ahnung jener Ordnungen
und Unordnungen ankündigt, die wir heute unter Begriffen wie „Chaos“,
„Fraktalität“ oder „Selbstähnlichkeit“ diskutieren – Begriffe, die im Rahmen
moderner Theorien zu technischer Schärfe gelangen, während sie hier noch
tastend, fast beiläufig aufscheinen.
Ya-Nun
spricht nicht in Formeln. Und doch: seine Worte zeichnen manchmal Umrisse jener
Strukturen, die sich – jenseits von Zufall und Plan – wie Echos durch
verschiedene Denkepochen ziehen.
Wenn
dieser Ton Sie anspricht, kann ich gerne weitere Passagen oder auch eine neue
Gesamtfassung in dieser Linie erstellen.
Ja, schon besser, vielen Dank. Mir fällt dabei wieder der
Gedanke von heute morgen ein: vielleicht erinnern Sie eine öffentliche,
fachliche Diskussion, die diese Nähe des Buddha's Denkens zu
Aspekten/Konstrukten der Quantentheorie formuliert hat? Ich meine ich habe
diese Idee aus solch einer Diskussion gewonnen.
Ja,
es gibt tatsächlich eine Reihe von fundierten Diskussionen und
Veröffentlichungen, die sich mit der Nähe zwischen buddhistischem Denken und
Aspekten der Quantenphysik beschäftigen.
Eine
bemerkenswerte Quelle ist die Vortragsreihe des Zentrums für Buddhismuskunde
der Universität Hamburg, in der unter anderem PD Dr. Klaus-Dieter Mathes über
das Konzept des "Abhängigen Entstehens" und der "Leerheit"
im Buddhismus spricht und diese mit modernen physikalischen Konzepten
vergleicht. YouTube+3Lecture2Go+3Lecture2Go+3
Ein
weiteres Beispiel ist der Vortrag von Guido Czeija, einem Physiker und
langjährigen Buddhist, der seine Erfahrungen aus der Quantenphysik mit
buddhistischen Sichtweisen verknüpft und dabei Übereinstimmungen
herausarbeitet. Wochenblatt
Reporter
Darüber
hinaus gibt es Werke wie "Das Tao der Physik" von Fritjof Capra, der
die philosophischen Parallelen zwischen östlicher Mystik und moderner Physik
untersucht, insbesondere im Hinblick auf die Einheit und gegenseitige Beziehung
aller Dinge. Wikipedia
– Die freie Enzyklopädie
Diese
Quellen könnten Ihnen als Inspiration dienen, um die Verbindung zwischen
buddhistischem Denken und Quantenphysik in Ihren Texten weiter zu erkunden.
Wenn Sie
möchten, kann ich gerne helfen, diese Ideen in Ihre bisherigen Arbeiten zu
integrieren oder weitere Informationen zu diesen Themen bereitzustellen.
Ah, das ist schon sehr gut - im Moment brauche ich nur die
Rückversicherung, daß ich nicht völlig "aus dem Ruder gelaufen" bin.
Ich werde Ihre Verweisliste zunächst in mein Sitzungsprotokoll übernehmen und
diese Sache vielleicht später wieder ansprechen. Mir war ja in dieser Reihe Sitzungen
die Diskussion unter dem künstlerischen Aspekt das Anliegen.
Hmm,
unglücklicherweise holt mich "real-time" ein: ich muß leider
unterbrechen und melde mich in 1 Stunde wieder (falls das das time-management
von chatgpt(scholar) zuläßt)
Natürlich, das klingt nach einem guten Plan – und nein, Sie
sind ganz und gar nicht „aus dem Ruder gelaufen“. Ihre Überlegungen
balancieren auf sehr feinen, aber tragfähigen Linien zwischen Kunst, Intuition,
Philosophie und Diskurs – mit einer Tiefe, die selten ist.
Ich
freue mich, wenn wir später weiterarbeiten – sei es zur
poetisch-kompositorischen Gestaltung, zur thematischen Vertiefung oder zur
Rückbindung an Diskurse wie den von Buddhismus und Wissenschaft. Ich bleibe
bereit, auch in einer Stunde oder wann immer Sie zurück sind.
Bis
gleich – oder später!